Die Zahl der in Amerika geborenen Spanier, der Kreolen, sowie die Mischlingsbevölkerung der Mestizen wuchs stetig an. Der Aufstieg in die hohen Verwaltungsämter des Landes blieb ihnen jedoch verwehrt, da diese von Einwanderern aus dem Mutterland besetzt wurden. Angeregt von den Freiheitsbewegungen in Europa und Nordamerika erhob sich im ehemaligen "Alto Perú" im heutigen Bolivien in den Städten La Paz und Chuquisaca 1809 zum ersten Mal der Ruf nach amerikanischer Unabhängigkeit.
Am 6. August 1825 verkündete eine Versammlung von Volksvertretern in der Stadt "La Plata", die heute den Namen Sucre trägt, die Unabhängigkeit des neuen Staates. Dieser gab sich - im Andenken an den venezolanischen Befreier Simón Bolívar - zunächst den Namen "República de Bolivar". Später wurde das Land in "Bolivia" umbenannt. Die Namen der wichtigsten Unabhängigkeitskämpfer finden sich heute noch in Städte- und Straßennamen wieder. Pedro Domingo Murillo, der bei seiner Exekution im Jahre 1810 den berühmten Ruf nach Unabhängigkeit ausstieß, Andrés de Santa Cruz, der 1823 vorübergehend La Paz befreite und Antonio Sucre, der im Dezember 1824 den spanischen Truppen bei Ayacucho die entscheidende Niederlage beifügte.