Flußläufe und Seen
Die Ökosysteme in Bolivien variieren entsprechend ihrer Höhe sowie der Lage zu den drei Wassersystemen des Landes: dem Titicacasee, dem Flußsystem des Río de la Plata und dem Amazonasbecken. Die beiden letzteren Regionen machen 70% des tropischen Tieflandes aus.
Der Titicacasee
Das Hauptwasserökosystem ist der Titicacasee (8965 km2), mit 3820 Metern der höchste schiffbare See der Welt. Der Titicacasee war die Wiege der andinen Zivilisationen. Seine eigentümliche Schönheit vermittelt ein Gefühl von Ehrfurcht. Diese wächst noch, wenn man sich genauer mit der Geschichte des Sees als Zentrum des indianischen Glaubens befaßt. Die Hauptzentren der Anbetung und der Darbietung von Opfergaben sind Copacabana, die Sonneninsel (Isla del Sol) und die Mondinsel (Isla de la Luna). Am Nordufer des Sees gibt es wunderschöne Gebiete wie beispielsweise Sorata, Charazani, Pelechuco und den Nationalpark Ulla Ulla. In der gesamten Region existiert eine artenreiche Höhenfauna, unter denen die Vicuñas, Alpakas, Lamas und der Andenkondor die bekanntesten Tierarten sind. Die Landschaft wird noch durch die überragende Kulisse der Königskordillere und von malerischen indianischen Gemeinden der Quechuas und Aymaras dieser Region verschönert.
Der Salar de Uyuni
Das Gebiet des Salzsees von Uyuni, des mit 9000km2 größten Salzsees der Welt, im Departement Potosí ist eines der schönsten und eindrucksvollsten der Erde mit Wüsten, Lagunen, Geysiren, Bergen, Thermalquellen, großen Vogelschwärmen und Säugetierarten auf Inseln im Salzsee selbst. Der Salzsee wird auch das "Weiße Meer" genannt, er liegt auf einer Höhe von 3700 m.
Das Flußsystem des Río de la Plata
Das Flußsystem des Río de la Plata besteht aus unzähligen wasserreichen Flüssen im Südosten Boliviens, zum Beispiel dem Río Pilcomayo, Río Paraguay und dem Río Parapetí, die in der Gegend um Tarija Möglichkeit zum Fischafng bieten. Eindrucksvoll ist die Landschaft der großen Ebene des Chaco, eine der ausgedehntesten Flußregionen in Südamerika. Paläontologische Studien haben in dieser Zone die tausendjährige Anwesenheit von Dinosauriern nachgewiesen. Dieses Gebiet ist von Ethnien wie den Tobas, Chanés, Otuquis, Laipis und den Carigueros besiedelt. In diesem becken findet sicch auch das Biosphärenreservat des Pantanal, nordöstlich des Departements Santa Cruz.
Das Amazonasbecken
Im Amazonasbecken sollte man verweilen, um eine Reise durch die spektakulären tropischen Regenwälder des bolivianischen Amazonas-Tieflandes mit seinen wasserreichen Flüssen Madre de Dios, Mamoré, Beni und Itenez zu unternehmen. Das Amazonasbecken beherbergt eine reiche Diversität von Ökosystemen, die es zur wichtigsten Naturreserve unseres Planeten macht. "Die Lungen der Erde" wird diese Region wegen der Bedeutung genannt, die sie für das Überleben der Arten auf der Erde hat. Bei der Förderung des Ethno-Öko-Tourismus in dieser Region sind darum der Schutz und die Erhaltung der ursprünglichen Besiedlung und der tropischen Regenwälder mit ihrer reichhaltigen Flora und Fauna ein Hauptziel. Die bolivianische Amazonasebene hat als westlichge Grenze die Königskordillere der Anden, die in ihrem Gefälle zur Ebene der llanos und der Küste eine auffallende Diversität von Höhenstufen, Böden und Mikroklima aufweist, die vielen Tierarten einen Lebensraum bietet. In Bolivien ist das Amazonasgebiet noch weitgehend intakt, so daß die Beobachtung von dort lebenden Tierarten für die Besucher möglich ist. Jeder, der einige Zeit im Amazonasgebiet verbringt, wird die Natur dort so unberührt finden, wie man es sich kaum noch vorstellen kann. Die Amazonasregion in Bolivien, nördlich der Departemente La Paz, Cochabamba und Santa Cruz und die Departemente Beni und Pando bieten die reichsten Ressourcen von Fauna und Flora der Welt. Diese Region ist ein unvergleichliches Zentrum für die Erforschung und Beobachtung der Natur. Hier finden sich unzählige und zum Teil noch unentdeckte Säugetier-, Vogel-, Reptilien- und Amphibienarten zusammen mit einer großen Diversität von Insekten- und Pflanzenarten. Bolivien eröffnet Besuchern die Tore seines Amazonasgebiets mit Hilfe eines Netzes von Tourismusunternehmen, die in dieser Region tätig sind und die Nationalparks und andere Zonen des Amazonasgebietes besuchen, die für Besucher geöffnet wurden. Mit einer Ausdehnung von mehr als drei Millionen Hektar sind in den Departementen Cochabamba, Santa Cruz, Beni und Pando die Nationalparks Amboró, Carrasco, Isiboro-Sécure und Noel Kempff Mercado, die Wildreserven Río Blanco und Negro und die Biologische Station Beni eingerichtet worden. Hier findet sich die Hauptkonzentration von Flora und Fauna im Land. Andere Gebiete im Amazonasgebiet, die für den Tourismus zugänglich sind, sind beispielsweise das Gebiet Madidi an der nördlich Grenze zu Peru; Rurrenabaque- Tuichi nördlich des Departements La Paz reich in seiner Fischvarietät mit Kleinfischen wie Pirañas; der Chapare nördlich des Departements Cochabamaba, von wo aus man von Puerto Villaroel bis nach Trinidad, der Haupstadt des Departements Beni reisen kann. Auf einer beeindruckenden Flußreise auf dem Amazonas beobachtet man dabei an den Ufern des Flusses eine reichhaltige Varietät von Wildleben, fährt mit kleineren Booten die Zuflüsse hinauf, um in die Tiefen des tropischen Rgenwaldes einzudringen und diesen mit seinen gastfreundlichen Bewohnern zu teilen. Von Trinidad aus hat man Zugang zum Moxosgebiet, einem Naturheiligtum, in dem sich eine großartige präkolumbinische Zivilisation entwickelte.
Das Andengebiet
Das Andengebiet stellt eine Bergkette mit eindrucksvollen verschneiten Gipfeln dar, die sich über 6000 Metern Höhe erheben. Die Ostkordillere der Anden steigt in ihrem nördlichen Abschnitt, Königskordillere genannt, bis 6439 m an (Illimani). Die Königskordillere der Anden nördlich von La Paz bildet die natürliche Grenze zwischen der Hochebene des Altiplano und dem Amazonasbecken. Diese imposante Kette von verschneiten Bergen mit Gipfeln von mehr als 6000 Metern Höhe verschafft ihren Besuchern atemberaubende Eindrücke. Außerdem bietet sie großartige Möglichkeiten für Bergsteiger (Huayna Potosí 6088 m, Illampu 6368 m) und für Skisportler (Chacaltaya 5395 m). Jedoch liegt der höchste Berg Boliviens , der Sajama, mit 6549 m als zweithöchster Vulkan der Welt, in der Westkordillere. An der steilen Ostflanke der Kordillere haben von Gletschern gespeiste Flüsse Schluchten eingeschnitten, die zu den tiefsten und steilsten der Welt gehören. Im südlichen und zentralen Gebiet schließen sie die Regierungsgebiete Chuquisaca, Cochabamba und Tarija ein. Deren Hauptstädte sind zum einen Sucre, die Stadt der Museen und die historische Haupstadt der Republik. Durch ihre koloniale Architektur wurde sie als Weltkulturerbe von der UNESCO ausgezeichnet. Zum anderen sind es Cochabamba, bekannt durch Kunsthandwerkmärkte; und Tarija, eine ruhige und gastfreundliche Stadt, die durch ein gemäßigtes Klima gekennzeichnet ist.
Die Hochebene des Altiplano
Eingebettet in die Gebirgszüge der Anden befindet sich die immense Hochebene des Altiplano, wo sich bedeutende Zivilisationen wie die ethnischen Gruppen der Aymara und Quechua Indianer entwickelt haben, die noch heute Ihre Bräuche in der Folklore sowie in der Sozialordnung beibehalten. Hier liegt der Titicaca-See, der auch als "Heiliger See der Inka" bekannt ist. Wichtige Vertreter der wildlebenden Hochebenenfauna sind z. B. Lama, Alpaka, Vicuña, Chinchilla und Rotfuchs.
Diese Zone schließt die Regierungsbezirke La Paz, Oruro und Potosí ein, deren Hauptstädte ganz eigene Besonderheiten aufweisen: die freie Reichsstadt ("Villa Imperial") Potosí, eine geschichtsträchtige und monumentale Stadt und Weltkulturerbe der UNESCO; Oruro, Stadt der Folklore (mit dem prächtigsten Karneval der Andenländer), des Bergbaus und der Industrie, sowie La Paz, der Regierungssitz, der eine Mischung zwischen dem Modernen und dem Kolonialen darstellt.
Die Nationalparks und Naturreservate
Bolivien hat zahlreiche Nationalparks und Naturreservate eingerichtet, in denen Fauna und Flora des Landes besonders geschützt werden. Die Schutzzonen erstrecken sich über alle Landschaftszonen.
Die Nationalparks sind Carrasco, Amboró, Noel Kempf Mercado, Toro Toro, Kaa-Iya del gran Chaco, Madidi, Sajama, Isiboro-Sécure und Cotapata. Sie können besucht werden und bieten den Touristen einmalige Möglichkeiten, vom Menschen unberührte Natur zu entdecken.
Zusätzlich wurden in Bolivien noch folgende Naturreservate eingerichtet: Ulla Ulla, Beni, Aduardo Avaroa, Pilón Lajas, Ríos Blanco y Negro, Cordillera de Sama, Tariquía, Cabo Juan, Manuripi Heath, und Iténez. Für alle gibt es spezielle Besuchsprogramme, die bei den regionalen Tourismusbüros erfragt werden können.