vielfältige Landschaften...
Mit einer Länge von ca. 4.300 Kilometern und einer durchschnittlichen Breite von 180 Kilometern ist Chile ein einziger dünner Küstenstrich. Genau hierin liegt jedoch das Geheimnis des Landes verborgen. Wie eine Art Mikrokosmos durchläuft es bei dieser außergewöhnlichen Nord-Süd-Ausdehnung alle nur erdenklichen Klimazonen. Von der subtropischen Wüste bis zum ewigen Eis der Antarktis. Die Vielfalt an Landschaften mache aus Chile wahrlich ein Land der Kontraste.
Von den spanischen Eroberern wurde Chile einst "El ultimo rincón del mundo" - der hinterste Winkel der Welt - genannt. Zwischen der Gebirgskette der Anden und dem pazifischen Ozean liegend ist das Land auch heute noch vielen Menschen kaum vertraut. Chile ist jedoch besonders reich an landschaftlichen Schönheiten und "Naturwundern".
Die majestetisch aufragenden Andenkordillere, mit ihren bis zu 7.000 Metern hohen vergletscherten Gipfeln ist allgegenwärtig. Darunter befinden sich etwa 3.000 Vulkane. Das Landesinnere birgt fruchtbare Täler mit tiefblauen, spiegelklaren Seen, umgeben von üppigen Wäldern. Der Süden des Landes verliert sich schließlich in einem zerklüfteten Fjordlabyrinth.
der Norden...
Chiles Norden wird durch ein heißes Klima geprägt. Die Atacamawüste ist die heißeste und trockenste Wüste der Welt. An manchen Stellen regnet es hier nur alle 30 bis 50 Jahre. Fremdartige Felsformationen, Sanddünen und buntes Vulkangestein sorgen für eine bizarre Schönheit.
Es gibt jedoch auch Leben in dieser Trockenheit. Kleine Oasen bieten Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen. Ein Beispiel hierfür ist der kleine Ort San Pedro de Atacama. Inmitten einer Oase lebten die Menschen hier Jahrhunderte lang vom Ackerbau und der Viehzucht. Heute ernährt der Tourismus die Menschen des Ortes. Auf 2.200 Metern Höhe liegt der Ort am Rande eines großen "Salzsees" - einer Ebene messerscharf gezackter Salzkristalle. In dieser Gegend finden sich auch die Spuren der letzen Inkas, die um 1450 hierher kamen.
Mitten in der Salzwüste des Salar de Atacama versteckt liegt die Laguna Chaxa. Diese wird durch eine Quelle aus den nahegelegenen Andengipfeln gespeist und bietet einen idealen Lebensraum für Flamingos. Einige Dutzend davon stolzieren hier gemütlich durch knöcheltiefes Wasser und lassen sich gut in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten.
Durch die enorme Wüstenhitze wird so mancher Schatz aus der Vergangenheit konserviert. Das Museum von San Pedro de Atacama beherbergt etwa 400 Mumien, die bis zu 7.000 Jahre alt sind. Die berühmteste ist die sogenannte "Miss Chile". Sie lebte etwa vor 5.000 Jahren und hat sich im Vergleich zu den anderen gefundenen Mumien besonders gut erhalten.
Ein Naturschauspiel der besonderen Art bieten die Geysire von El Tatio. Pünktlich zum Sonnenaufgang erwachen sie zum Leben. Die mehr als 80 Grad heißen Quellen sprudeln aus dem vereisten Boden und schießen meterhoch in die Luft. Auch ein Bad in einer der natürlichen Thermalquellen ist möglich. Die Außentemperaturen sind bei dieser Höhe und bei Sonnenaufgang sehr kalt. Das Wasser hat dafür angenehme 30 Grad.
die "chilenische Schweiz"
Das Seengebiet, auch die chilenische Schweiz genannt, jenseits des Flusses Bío Bío ist eine der größten Attraktionen Chiles. Ein phantastisches Konglomerat aus Flüssen, dunklen Wäldern und tiefblauen Seen am Fuße von bewaldeten Vulkanhängen. An Größe überragt der riesenhafte Lago Llanquihue alle seine Kollegen. Bei rauem Wetter gleicht er einem kleinen Ozean.
Nicht weit entfernt liegt der Lago Todos los Santos, der Allerheiligensee. Einst bildete er eine Einheit mit dem Llanquihue, doch dann kappte ein mächtiger Lavastrom die Verbindung zwischen beiden. Seither liegt der See zu Füßen des Vulkans Osorno. Zusammen mit den ihn umgebenden Wäldern und seinen dunklen, tiefgrünen Wasser ist er ein wahres Kleinod.
der tiefe Süden
Der Nationalpark "Torres del Paine" ganz im Süden Chiles gehört zu den schönsten Landschaften der Welt und gilt als spektakulärste Bergregion ganz Südamerikas. Eine fast unberührte Landschaft aus Gletschern, tiefblauen Seen und knorrigen Bäumen. Die Felsformationen der Torres-Spitzen (eine Gruppe von Berggipfeln) ist besonders beeindruckend und gab dem Nationalpark seinen Namen.
Der nahegelegene Lago Grey bietet ein seltenes Naturschauspiel der besonderen Art. Unter großem Getöse stürzen ganze Eiswände von einer rießigen Gletscherwand und treiben dann als schwimmende Eisberge im See.
Hier in dieser noch fast ursprünglichen Landschaft sind die Guanakos zu Hause. Durch die seichten Gewässer waten Flamingos. Zugleich ist dies das Reich des Kondors. Er ist der seltenste, größte und zugleich mächtigste Vogel dieser Erde. Seine Spannweite beträgt mehr als drei Meter. Der Nationalpark Torres del Paine gehört zu den schönsten des Landes. 1959 wurde er gegründet und im Jahr 1978 von der Unesco zum Biosphären-Reservat erklärt.