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Die Natur schützen

Peru hat eine Oberfläche von 1.285.215 km² und außerdem Gebietsanrechte auf 60.000.000 Hektar Fläche in der Antarktis.

Mit dem Ziel der Erhaltung von repräsentativen Teilen der Natur, Flora, Fauna und Landschaften, hat man in Peru eine Reihe von Mechanismen mit dem Zweck der Erhaltung der biologischen Artenvielfalt eingeführt. Diese Maßnahmen werden mittels des SINANPE, des nationalen staatlichen Systems für die geschützten Regionen, kanalisiert, das im Jahre 1990 gegründet wurde. Seine Leitung unterliegt der "Dirección General de Areas Naturales Protegidas y Fauna Silvestre" die ihrerseits Teil des "Instituto Nacional de Recursos Naturales", des Nationalen Instituts für natürliche Rohstoffe ist. Heute besteht das SINANPE aus 50 Schutzgebieten, die insgesamt ungefähr 10% des peruanischen Staatsgebiets umfassen.

Diese Gebiete werden wiederum in verschiedene Kategorien eingeteilt: Nationalparks, Naturschutzgebiete, Landschaftsschutzgebiete, geschützte historische Stätten, geschützte Zonen, Jagdgründe, Gemeindereservate und geschützte Wälder, wobei die fünf ersten auch die wichtigsten sind. Im folgenden wird ein Teil von ihnen vorgestellt.

Anmerkung: Der/die Buchstaben in Klammern neben jedem Schutzgebiet geben seine Zugehörigkeit zum entsprechenden Ökosystem an, laut Beschreibung auf den vorhergehenden Seiten.

Nationalparks

Nationalparks sind wegen ihres einmaligen Pflanzen- und Tierlebens und ihrer herrlichen Landschaften unantastbare Schutzgebiete. In Nationalparks ist die direkte Nutzung der natürlichen Ressourcen und auch die Ansiedlung von Menschen verboten.

In diesen Schutzgebieten ist der kontrollierte Zugang von Besuchern unter bestimmten Bedingungen genehmigt: zu wissenschaftlichen, erzieherischen und kulturellen Zwecken, für Erholung und Tourismus. Zur Zeit bestehen sieben Nationalparks, die zusammen 1,85% des peruanischen Staatsgebiets umfassen.

Nationalpark Manu

Im Regenwald der Bezirke Cusco und Madre de Dios gelegen, wird der Nationalpark Manu als der größte Naturschatz Perus betrachtet, sowohl wegen der Anzahl der Arten die er beheimatet, als auch wegen der Vielfalt der in ihm geschützten Ökosysteme. Er wurde 1973 mit einer Ausdehnung von 1.532.806 Hektar gegründet und 1987 von der UNESCO zum Naturgemeingut der Menschheit erklärt.

Er umfaßt das ganze Flußbecken des Flusses Manu, und eine ungewöhnliche Anzahl an Höhenlagen, von 200 Meter im Amazonasbecken, bis auf 4.300 Meter im Puna-Hochland der Anden. Verschiedene Völker, bekannt als Amhuaca, Huachipaire, Machiguenga, Piro, Yora und Yaminahua unter anderen, leben in diesem Nationalpark, abgeschnitten von der modernen Außenwelt.

Er ist die natürliche Heimat von über 20.000 höheren Pflanzenarten, 1.200 Schmetterlingsarten, 1.000 Vogelarten, 200 Säugetierarten und einer noch unbekannten Vielzahl von Reptilien, Amphibien und Insekten.

Klima: Das Klima ist durch eine ausgeprägte Regenzeit, von Dezember bis März, gekennzeichnet, abgesehen von gelegentlichen Regenschauern in anderen Jahreszeiten. Die Monate Mai bis August, mit Temperaturen von etwa 30 Grad Celsius, werden für einen Besuch empfohlen.

Zugang und Dienstleistungen: Von Cusco aus besteht einen befestigte Straße zu den Orten Atalaya und Shintuya (9 und 12 Stunden von Cusco), von wo aus man die Reise auf dem Wasserweg fortsetzen kann (5 bis 6 Stunden). Es gibt auch mehrere Flüge von Cusco aus zum Ort Boca Manu (30 Minuten), von wo aus die Reise auf dem Wasserweg fortgesetzt werden muß (4 bis 6 Stunden). Der Zugang zum Nationalpark für Touristen ist nur mittels einer anerkannten Agentur möglich. Die bestehende touristische Infrastruktur ist rustikal und einfach, man kann deshalb auch campen.

Aufenthalt: Ein Aufenthalt von sieben bis acht Tagen in der Region wird empfohlen, die notwendige Zeit, um einen repräsentativen Querschnitt der Tierwelt zu beobachten.

Nationalpark Huascarán

Der Nationalpark Huascarán liegt im Bezirk Ancash in der Cordillera Blanca, dem weißen Gebirgszug, dem höchsten tropischen Gebirgszug der Welt. Er wurde 1975 mit einer Ausdehnung von 340.000 Hektar gegründet und 1985 von der UNESCO zum Naturgemeingut der Menschheit erklärt. Der Park schützt eines der atemberaubendsten Hochgebirgsökosysteme der Erde: 663 Gletscher, 269 Bergseen und 41 Flüsse, sowie zahlreiche Berge, von denen 26 die 6.000 Meter Höhe überragen. Im Park findet eine vielfältige und reichhaltige Pflanzen- und Tierwelt ihre Heimat, bestehend aus 800 Pflanzenarten und mehreren Dutzenden von Tierarten.

Im Nationalpark befinden sich außerdem 33 archäologische vorinkaische Ausgrabungsstätten (wie zum Beispiel Wilcahuain), und er beheimatet Dutzende von Bauernansiedlungen der Ketschuakultur, die Landwirtschaft und Viehzucht unter Anwendung traditioneller Techniken betreiben.

Klima: Das Klima in den Bergen wird von zwei Faktoren beeinflußt: den warmen feuchten Winden aus dem Amazonasbecken, die in den Monaten von Dezember bis März reichlich Regen mit sich bringen, und eine ausgeprägte Trockenzeit von Mai bis Oktober, mit sonnigen Tagen, an denen die Temperatur bis auf 25 Grad Celsius ansteigen kann, und kalten Nächten, in denen Nachtfröste häufig sind.

Zugang und Dienstleistungen: Für die Anreise nach Huaraz und dem Callejon de Huaylas nimmt man die Straße nach Pativilca (Kilometer 210 Nord der Panamerikanischen Landstraße), und von dort die Auffahrt in die Berge, bis auf eine Höhe von 4.100 Meter über dem Meeresspiegel, bei dem Conococha See, dem Quellsee des Flusses Rio Santa. Es wird empfohlen, Vorsichtsmaßnahmen gegen die Höhenkrankheit zu treffen. Die Gesamtstrecke der Anfahrt ist 410 Kilometer von Lima aus (6-8 Stunden), über eine kurvenreiche gut ausgebaute Landstraße. Es gibt auch einen kleinen Flughafen für Charterflüge.

Aufenthalt: Um die wichtigsten Teile des Parks kennenzulernen wird ein Aufenthalt von mindestens drei bis vier Tagen empfohlen.

Nationalpark Berge de Amotape

Der in den Bezirken Piura und Tumbes gelegene Nationalpark ist mit äquatorialen Trockenwald bedeckt und umfaßt eine Fläche von 91.300 km2. Er bietet einer reichhaltigen und einzigartigen Pflanzen- und Tierwelt Heimat. Er wurde 1975 mit dem Ziel der Erhaltung der weiten Wälder des Amotapes Gebirges und der angrenzenden Täler gegründet, wo wertvolle Harthölzer wie Hualtaco und Guayacan geschlagen wurden. Die Tierarten, die in diesem Ökosystem Schutz finden sind das amerikanische Krokodil und der Otter des Nordwesten, beide vom Aussterben bedroht. Bewohner der Trockenwälder sind auch der Heulaffe von Tumbes, das weißschwänzige Reh, der Ozelot und über 100 Vogelarten, viele von ihnen dort heimisch (wie zum Beispiel der weißgeflügelte Truthahn und die Nordelster).

Klima: Trocken und sehr heiß während des Großteils des Jahres, mit Temperaturen über 28 Grad Celsius. Die Regenzeit von Dezember bis März intensiviert sich stark, falls das Klimaereignis "El Niño" auftritt. Ideale Reisemonate sind April bis September.

Zugang und Dienstleistungen: Es gibt mehrere befestigte Wege in den Wald, mit Ausgangspunkt in Piura oder Tumbes, wohin man per Flugzeug oder auf dem Landweg gelangen kann. Fahrzeuge mit Allradantrieb werden empfohlen, sowie die Begleitung eines örtlichen Führers und das Mitnehmen von ausreichend Trinkwasser und Lebensmitteln.

Aufenthalt: drei bis vier Tage sind empfehlenswert, vorzugsweise sollten diese je zur Hälfte im Nord- und im Südteil verbracht werden.

Naturschutzgebiete

Naturschutzgebiete dienen dem Schutz und der Vermehrung der Tierwelt, an deren Erhaltung nationales Interesse besteht. In Naturschutzgebieten ist die Nutzung der Fauna, soweit dies möglich ist, dem Staat vorbehalten. Derzeit bestehen acht Naturschutzgebiete, die 2,3% des peruanischen Staatsgebiets schützen.

Naturschutzgebiet Paraca

Dieses Naturschutzgebiet wurde 1975 auf 335.000 Hektar Fläche gegründet und ist das einzige Projekt von SINANPE, welches das kühle Meer der Humboldtströmung schützt. Es liegt mitten in der Küstenwüste, dieser einzigartigen Region, mit einem der weltweit nährstoff- und fischreichsten Meere, aufgrund der Meeresströmungen die große Mengen Plankton an die Oberfläche bringen, die wichtigste Nahrung für eine Unzahl von Fischarten. Paracas ist das Land der Guanovögel und großer Seelöwenkolonien, Jahr für Jahr Rastplatz für Dutzende von Zugvogelarten und letzte Zuflucht für eine Reihe von heimischen vom Aussterben bedrohte Arten, wie zum Beispiel der Seekatze, des Humboldtpinguins und der Flamingos. Paracas war auch Wiege einer wichtigen vorkolonialen Kultur, deren Erbe, spektakuläre Decken, Textilien und Keramikarbeiten, uns auch heute noch ins Staunen versetzen.

Klima: Typisches Wüstenklima, mit Temperaturen über 30 Grad Celsius, sonnig während der Sommermonate (Dezember bis März) und sogar während eines Großteils des Winters, dann kann die Temperatur nachts stark absinken (bis auf 10 Grad Celsius). Starke Winde, vor Ort als Paracas Winde bekannt, sind häufig.

Zugang und Dienstleistungen: Die Anfahrt nach Paracas über die Panamerikanische Straße ist sehr einfach. Von Pisco aus, 240 Kilometer von Lima, führt eine geteerte Straße zum Naturschutzgebiet, dort gibt es eine Reihe von befahrbaren Pfaden zu den Stränden und den wichtigsten Sehenswürdigkeiten.

Aufenthalt: zwei bis drei Tage werden empfohlen. Diejenigen, die den engen Kontakt mit der Natur suchen, sollten an einem der Strände zelten.

Naturschutzgebiet Pampa Galeras-Bárbara D'Achille

Bastion der wilden Vikunjas in Peru. Pampa Galeras ist der Ort einer aggressiven Kampagne mit dem Ziel diese Tierart vor dem Aussterben zu retten. Das Naturschutzgebiet wurde 1967 auf einer Fläche von 6.500 Hektar im Andenhochland der Bauerngemeinde Lucanas in Ayacucho gegründet. Das Schutzgebiet ist zentraler Bestandteil für das Überleben dieser bedrohten Art. Dank der Anstrengungen, insbesondere in der Gesetzgebung, hat sich der Vikunjabestand in Peru während der letzten Jahre von 5.000 auf 70.000 Tiere vergrößert.

Pampa Galeras ist auch Unterschlupf für andere Tierarten des Puna Hochlands: Kondor, Puma, Andenhirsch, weißschwänziges Reh, Stinktier, Viscacha (Hasenmaus) und Andenfuchs. Im April 1993 wurde der ursprüngliche Name des Naturschutzgebiets auf Pampa Galeras-Barbara D'Achille geändert, zu Ehren der verstorbenen Reporterin, die auf Umweltthemen spezialisiert war.

Klima: Typisches Puno Hochlandklima, mit Regenfällen von Dezember bis März, und einer Trockenzeit, fälschlicherweise "Sommer" genannt, von Mai bis Oktober, die empfohlene Reisezeit. Aufgrund der Höhenlage (3.800 Meter) sind die Nächte in Pampa Galeras extrem kalt und oft treten Nachtfröste auf.

Zugang und Dienstleistungen: Von der Küstenstadt Nasca aus, 450 Kilometer südlich von Lima, über eine erst vor kurzem geteerte Straße, die zum Ort Puquio (90 Kilometer) führt. Die Fahrt dauert ungefähr 2 Stunden. Im Naturschutzgebiet sind keine Serviceleistungen verfügbar.

Aufenthalt: Einen ganzen Tag, falls gewünscht kann in der nahegelegenen Stadt Puquio übernachtet werden, und man kann am Morgen in das Schutzgebiet zurückkehren.

Geschütze Biosphären

Ein ganzheitliches System zur Handhabung von Gebieten in der Natur, das im Rahmen des UNESCO Programms "Mensch und Biosphäre" entwickelt wurde. Diese internationale Kategorie ist ein Instrument zur Förderung der ganzheitlichen Arbeit von multidisziplinären Teams mit dem Ziel, die natürlichen Ressourcen und ihre Nutzung und Handhabung durch die Menschen, die von dieser Umwelt abhängen, langfristig zu sichern. Dies schließt strenge Schutzzonen mit ein: Kerngebiete ist meist ein Nationalpark, Pufferzonen sind andere Gebiete für die rationelle Nutzung, und sogenannte Kulturgebiete sind Zonen der intensiven Nutzung. Seit 1977 hat die UNESCO drei geschützte Biosphären in Peru anerkannt: Nordwesten, Huascarán und Manu, deren Kernbereich von einem Nationalpark gebildet wird.

Empfehlungen

Es wird empfohlen immer die Hilfe von ortskundigen Führern oder Parkwächtern in Anspruch zu nehmen, deren Dienste nicht teuer sind, und die dem Touristen gern ihre Kenntnisse übermitteln, der so auch die Gastfreundlichkeit der örtlichen Bevölkerung kennenlernen kann. Man darf nicht vergessen, daß man eine von dem zuständigen Beamten oder der örtlichen Vertretung der Nationalen Instituts für die Natürlichen Ressourcen (Instituto Nacional de Recursos Naturales) ausgestellte Genehmigung benötigt. Es ist zu berücksichtigen, daß die Infrastruktur für den Tourismus in den Schutzgebieten meist unzureichend ist, oder nicht existiert; deshalb sind die Dienste einer Agentur mit Erfahrung vor Ort hilfreich, oder man sollte vorher Erkundigungen einholen, ob man in der Gegend campen kann.

Voraussetzungen für den Eintritt

Information bezüglich der Voraussetzungen für den Eintritt zu geschützten Gebieten erhält man von den Niederlassungen der "Dirección General de Areas Naturales Protegidas y Fauna Silvestre (DGANPE)", des Büros für Naturschutzgebiete und Wildtierleben (INRENA). Falls notwendig werden die Genehmigungen von den auf die Organisation von Touren in den geschützten Gebieten spezialisierten Agenturen beantragt. Falls man eine Gegend besuchen möchte, in der keine Agentur tätig ist, muß man, um Zutritt zu erhalten, ein Formular ausfüllen, die erforderlichen Dokumente beifügen, und die entsprechende Eintrittsgebühr bezahlen (0-15 Dollar pro Tag). In der Mehrzahl der Fälle kann der Eintritt jedoch einfach am Zugang des Schutzgebiets beglichen werden.

Einige Gegenden sind nur zu Forschungszwecken zugänglich, deshalb muß man dem Eintrittsantrag eine Kopie des zu entwickelnden wissenschaftlichen Projekts beilegen. Die Gründe des Besuchs der Reisenden sollten gut dargelegt werden, da zusätzliche Gebühren für Filmausrüstung und professionelle Fotoausrüstung anfallen. Andere Schutzgebiete bedürfen keiner Eintrittserlaubnis, oder diese wird von den am Zugang befindlichen Behörden direkt erteilt.